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Katholiken [Bearbeiten]
Die katholische Gemeinde der Stadt hatte ihre Mutterkirche in dem vom Deutschen Orden erbauten Deutschordensmünster St. Peter und Paul, das auch für die wenigen Katholiken in den historisch zur Stadt gehörenden Stadtteilen zuständig war. Die Stadtteile Biberach, Kirchhausen und Sontheim dagegen sind traditionell katholisch geprägt, da sie einst zum Deutschen Orden zählten und daher auch während der Reformation katholisch geblieben waren. Die katholischen Gemeinden gehören heute zum Dekanat Heilbronn der Diözese Rottenburg-Stuttgart.
(Mehr zur Geschichte der christlichen Konfessionen in Heilbronn findet sich in den Artikeln zu den bedeutendsten Gotteshäusern: Kilianskirche und Deutschordensmünster.)
Juden [Bearbeiten]
Juden sind in Heilbronn seit 1050 belegt, hatten jedoch von 1438 bis zu Beginn des 19. Jahrhunderts Stadt- bzw. Ansiedlungsverbot. In den 1860er Jahren wurden Juden rechtlich wieder anderen Bürgern gleichgestellt. Im Jahr 1877 wurde die Heilbronner Synagoge eingeweiht, das Bauwerk wurde jedoch in der Reichspogromnacht 1938 zerstört. Die jüdische Gemeinde wurde unter den Nationalsozialisten bis 1939 praktisch ausgelöscht. In den 1980er Jahren waren nur sechs Familien in Heilbronn jüdischen Glaubens. Insbesondere durch den Zuzug aus Osteuropa wuchs die Gemeinde auf über 150 Mitglieder an. 2006 wurde das neue Jüdische Zentrum Heilbronn eingeweiht. Die jüdische Gemeinde Heilbronn ist eine Filialgemeinde der Israelitischen Religionsgemeinschaft in Württemberg mit Sitz in Stuttgart.
(Zur Geschichte der Juden in Heilbronn siehe auch: Jüdische Gemeinde Heilbronn.)
Muslime [Bearbeiten]
Fatih-Moschee Heilbronn
Im Stadt- und Landkreis Heilbronn haben sich nach 1960 zahlreiche Migranten (Gastarbeiter) angesiedelt. Die Zahl der gemeldeten Ausländer stieg von rund 2500 Personen im Jahr 1961 auf 13.700 im Jahr 1974 (12% der Wohnbevölkerung). Für den muslimischen Anteil dieser Personen entstanden die ersten islamischen Gotteshäuser, zunächst provisorisch in kleinen Räumlichkeiten. Nach und nach wurden im Stadt- und Landkreis Heilbronn dann mehrere Moscheen erbaut. Moscheen im Stadtgebiet befinden sich u. a. in der Goppeltstraße, Hans-Seyfer-Straße, Salzstraße, Weinsberger Straße Ecke Allee und in der Böckinger Straße.
Die Zahl der Muslime wird im Stadtkreis Heilbronn auf über 10.000 Personen geschätzt. Den Großteil stellen Muslime türkischer Abstammung dar, die zum Teil von einer Heilbronner Niederlassung der DITIB vertreten werden; daneben gibt es Muslime bosnischer, kurdischer, arabischer und deutscher Abstammung.
Sonstige [Bearbeiten]
* Adventgemeinde
* Gemeinde entschiedener Christen
* Evangelisch-methodistische Kirche mit der Pauluskirche (Heilbronn)
* Freie evangelische Gemeinde Heilbronn
* Freie Reformierte Baptisten
* Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage
* Zeugen Jehovas sind für Heilbronn schon seit dem Jahr 1920 belegt und bildeten sich in ersten Gruppen in Heilbronn aus den „Ernsten Bibelforschern“. Die relativ kleine Gemeinde wurde während des Nationalsozialismus angefeindet, zahlreiche Gemeindemitglieder starben in Konzentrationslagern. Die Zeugen Jehovas errichteten 1953 in Heilbronn wieder einen ersten Königreichssaal, dem zahlreiche weitere Säle bis in die Gegenwart folgten.
* Die Neuapostolische Kirche hatte ab 1896 Gemeinden in Heilbronn und Umgebung, die zunächst von Frankfurt am Main aus verwaltet wurden, in den 1920er Jahren dann den Bereich Heilbronn bildeten, der am 1. Januar 1926 zu einem eigenständigen Verwaltungsbezirk mit 212 Gemeinden in Württemberg und Bayern wurde. Der Sitz des Bezirks befand sich in der Lerchenstraße 8 in Heilbronn. Nach dem Zweiten Weltkrieg ging der Bezirk Heilbronn bis 1953 in den Bezirk Stuttgart über, der dort seinen Sitz hat.
Eingemeindungen [Bearbeiten]
Ehemals selbstständige Gemeinden beziehungsweise Gemarkungen, die in die Stadt Heilbronn eingegliedert wurden:
Jahr Orte Zuwachs in ha
1. Juni 1933 Böckingen, Stadt (seit 1919) 1135
1. Oktober 1938 Neckargartach 1125
1. Oktober 1938 Sontheim 740
1. Januar 1970 Klingenberg 272
1. Juli 1972 Kirchhausen 1147
1. Januar 1974 Biberach 1058
1. April 1974 Frankenbach 889
1. April 1974 Horkheim 486
Einwohnerentwicklung [Bearbeiten]
Bevölkerungsentwicklung
Im 15. Jahrhundert lebten etwa 4.000 Menschen innerhalb der Stadtbefestigung. 1840 wurden 11.300 Einwohner gezählt, 1890 hatte Heilbronn 30.000 Einwohner. Bis zum 1. Juni 1933 verdoppelte sich diese Zahl durch die Eingemeindung der Stadt Böckingen (11.593 Einwohner 1925) auf 60.000 Einwohner. Durch die Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg verlor Heilbronn rund 40 Prozent seiner Bevölkerung. Die Einwohnerzahl sank zwischen 1939 (77.000 Einwohner) und 1945 (47.000 Einwohner) um rund 30.000 Personen.
1956 hatte die Bevölkerungszahl wieder den Vorkriegsstand erreicht. Am 1. Januar 1970 überschritt die Einwohnerzahl der Stadt durch die Eingemeindung von Klingenberg die Grenze von 100.000, wodurch sie zur Großstadt wurde. Ende Dezember 2008 hatten in Heilbronn nach Fortschreibung des Statistischen Landesamtes Baden-Württemberg 122.098 Menschen ihren Hauptwohnsitz. Unter den über 24.000 Ausländern in der Stadt bilden rund 8.700 Türken die größte Volksgruppe.
Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Bis 1833 handelt es sich meist um Schätzungen, danach um Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen der jeweiligen Statistischen Ämter beziehungsweise der Stadtverwaltung selbst. Die Angaben beziehen sich ab 1843 auf die „Ortsanwesende Bevölkerung“, ab 1925 auf die Wohnbevölkerung und seit 1987 auf die „Bevölkerung am Ort der Hauptwohnung“. Vor 1843 wurde die Einwohnerzahl nach uneinheitlichen Erhebungsverfahren ermittelt. Heilbronn rangierte mit seinem Einwohnerstand vom 31. Dezember 2007 auf Platz 59 der Liste der größten Städte Deutschlands.
Jahr Einwohner
1399 5.500
1501 6.168
1618 6.000
1769 6.077
1803 5.692
1818 7.200
1830 10.703
1. Dezember 1840 ¹ 11.311
3. Dezember 1849 ¹ 12.377
3. Dezember 1852 ¹ 13.687
3. Dezember 1858 ¹ 14.029
3. Dezember 1861 ¹ 14.333
3. Dezember 1864 ¹ 16.400
3. Dezember 1867 ¹ 16.700
1. Dezember 1871 ¹ 18.955
Jahr Einwohner
1. Dezember 1875 ¹ 21.200
1. Dezember 1880 ¹ 24.446
1. Dezember 1885 ¹ 28.038
1. Dezember 1890 ¹ 29.941
2. Dezember 1895 ¹ 33.461
1. Dezember 1900 ¹ 37.891
1. Dezember 1905 ¹ 40.004
1. Dezember 1910 ¹ 42.688
1. Dezember 1916 ¹ 38.104
5. Dezember 1917 ¹ 37.331
8. Oktober 1919 ¹ 44.012
16. Juni 1925 ¹ 45.520
16. Juni 1933 ¹ 60.308
17. Mai 1939 ¹ 77.569
31. Dezember 1945 47.474
Jahr Einwohner
29. Oktober 1946 ¹ 52.745
13. September 1950 ¹ 64.643
25. September 1956 ¹ 79.458
6. Juni 1961 ¹ 89.100
31. Dezember 1965 95.348
27. Mai 1970 ¹ 101.660
31. Dezember 1975 113.177
31. Dezember 1980 111.938
31. Dezember 1985 111.338
25. Mai 1987 ¹ 110.970
31. Dezember 1990 115.843
31. Dezember 1995 121.509
31. Dezember 2000 119.305
31. Dezember 2005 121.613
¹ Volkszählungsergebnis