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Württembergische Oberamtsstadt ab 1802 [Bearbeiten]
Eisenbahnknotenpunkt Heilbronn 1855
Heilbronn 1858

Heilbronn kam in Folge der Mediatisierung im September 1802 mit anderen Reichsstädten an Württemberg und wurde Sitz des Oberamts Heilbronn.

Ab 1815 wurde der Neckar, der seit dem hohen Mittelalter durch unzählige Wehre und Mühlen versperrt gewesen war, wieder schiffbar gemacht. Von 1819 bis 1821 wurde der Wilhelmskanal gebaut und trug zur einsetzenden Industrialisierung bei, die insbesondere durch die Heilbronner Papiermühlen vorangetrieben wurde. 1832 war Heilbronn die Stadt mit den meisten Fabriken in Württemberg und wurde als schwäbisches Liverpool bezeichnet. Ab 1839 wurden planmäßig Vorstädte erschlossen, so auch westlich des Neckars, wo ab 1848 der Bahnhof den Abschluss der Württembergischen Nordbahn bildete. Bis 1880 entstanden Eisenbahnverbindungen nach allen wichtigen süddeutschen Städten.

Heilbronn galt 1848 als württembergisches Zentrum der Märzrevolution. Bis zum Sommer 1849 kam es oftmals zu Unruhen in der Stadt, die mehrfach nur durch die Entsendung königlichen Militärs aus Stuttgart unterbunden werden konnten.

1875 wurde ein Floßhafen errichtet, 1886 folgte ein Salzhafen und 1888 der Karlshafen. Am 16. Januar 1892 nahm Heilbronn mit dem Anschluss an das Stromnetz des Elektrizitätswerks in Lauffen als erste Stadt der Welt die Fernversorgung mit Strom auf.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war Heilbronn ein wichtiger Warenumschlagplatz in Süddeutschland und eine ausgeprägte Industriestadt. Unter den Einwohnern waren viele Arbeiter. Zahlreiche Arbeiter- und Sportvereine waren entstanden, und es gab eine freie Presselandschaft. Die Stadt galt als „rote Hochburg“, wenngleich es bei der Novemberrevolution 1918/19 zu keinen größeren revolutionären Handlungen kam.
Zeit des Nationalsozialismus [Bearbeiten]
Heilbronn 1945

Die 1923 gegründete Ortsgruppe der NSDAP blieb bis 1933 klein und bedeutungslos, führte dann aber unter Kreisleiter Richard Drauz energisch die Gleichschaltung der regionalen Vereins- und Presselandschaft durch.

1935 wurden die Großschifffahrtsstraße Heilbronn-Mannheim und der Heilbronner Kanalhafen eröffnet, der bis heute ein wichtiger Umschlagplatz am Neckar ist und zu den zehn größten deutschen Binnenhäfen zählt. 1936 wurde die Autobahn nach Stuttgart fertig gestellt.

Im Zuge einer Verwaltungsreform wurde Heilbronn am 1. Oktober 1938 Sitz des neuen Landkreises Heilbronn. Zugleich wurde Heilbronn Stadtkreis, und die zuvor selbstständigen Gemeinden Sontheim und Neckargartach wurden eingemeindet. Die ehemalige Stadt Böckingen war bereits 1933 eingegliedert worden. Mit 72.000 Einwohnern war Heilbronn somit nach Stuttgart die zweitgrößte Stadt in Württemberg.

Am 10. November 1938 wurde die Heilbronner Synagoge durch Brandstiftung zerstört. Im Laufe des Jahres 1939 wurde die traditionsreiche jüdische Gemeinde in Heilbronn praktisch ausgelöscht.

Im September 1944 wurde im Stadtteil Neckargartach unter der Bezeichnung SS-Arbeitslager Steinbock ein Außenlager des KZ Natzweiler-Struthof errichtet, in dem über 1.000 Häftlinge konzentriert wurden, die in der Rüstungsindustrie Zwangsarbeit verrichten mussten. 246 dabei Umgekommene sind auf dem KZ-Friedhof an der Böllinger Straße begraben.[7]

Im Zweiten Weltkrieg war die Stadt ab Dezember 1940 vielfach Ziel von Luftangriffen. Zur Katastrophe für die Stadt wurde der Luftangriff auf Heilbronn am 4. Dezember 1944, bei dem die Altstadt völlig zerstört wurde und über 6500 Menschen ihr Leben verloren. Am 12. April 1945 besetzten amerikanische Truppen die Stadt, in der nur noch 46.350 Einwohner lebten.
Gegenwart [Bearbeiten]
Bauarbeiten am Kiliansplatz 2007
Neckarpartie an der Friedrich-Ebert-Brücke

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieg 1945 gehörte Heilbronn zur amerikanischen Besatzungszone. In einer gewaltigen Kraftanstrengung gelang in nur wenigen Jahren der Wiederaufbau der völlig zerstörten Stadt. Ab 1951 waren US-Truppen fest in Heilbronn stationiert.

Die Einweihung der Autobahn A 6 von Heilbronn nach Mannheim mit der monumentalen Neckartalbrücke im Jahr 1968 setzte weitere wichtige strategische Akzente für den Wirtschaftsstandort Heilbronn. Die A 81 nach Würzburg folgte 1974, die A 6 nach Nürnberg 1979. Zahlreiche Großbetriebe siedelten sich in neu entstandenen Industrie- und Gewerbegebieten entlang der neuen Verkehrsadern an und die Wirtschaftsregion in ihrer heutigen Ausprägung entstand.

Durch die Eingemeindung von Klingenberg 1970 hatte Heilbronn über 100.000 Einwohner und wurde damit Großstadt. 1972 und 1974 wurden Kirchhausen, Biberach, Frankenbach und Horkheim eingemeindet. Bei der Kreisreform Baden-Württemberg 1973 blieb Heilbronn kreisfreie Stadt und Sitz des nunmehr vergrößerten Landkreises Heilbronn sowie der späteren Region Heilbronn-Franken.

In den 1970er Jahren wurden die den alten Quartieren folgend wiederaufgebauten historischen Hauptstraßen Fleiner Straße und Sülmer Straße zu Fußgängerzonen mit umgebenden verkehrsberuhigten Bereichen umgestaltet. Die Allee wurde im Gegenzug zur wichtigsten innerstädtischen Verkehrsachse, an ihr entstanden Unterführungen und zeitgenössische Bauwerke wie das 1974 vollendete Wollhauszentrum und das 1982 eröffnete Theater Heilbronn.

Ab 1980 stationierten die Amerikaner auf der Heilbronner Waldheide Mittelstrecken-Atomraketen vom Typ Pershing II. 1985 erregte ein Raketenunglück das Interesse der Öffentlichkeit. Nach Unterzeichnung der INF-Verträge wurden 1987 die Raketen und 1992 die letzten Einheiten der US Army abgezogen. Heilbronn ist seitdem entmilitarisierte Stadt.

Ab 1998 erfolgte der Anschluss der Stadt an das Nahverkehrs-Netz der Stadtbahn Karlsruhe, wofür Teile der Heilbronner Innenstadt bis 2005 abermals großflächig umgestaltet wurden. Bis in die Gegenwart folgten weitere umfangreiche städtebauliche Maßnahmen, darunter der Bau von zwei Neckarbrücken, Bau- und Begrünungsmaßnahmen in der Nord- und Südstadt im Rahmen des Bund-Länder-Förderprogramms „Soziale Stadt“ sowie der Bau zweier großer neuer Einkaufszentren in der Innenstadt.

In den Jahren 2005 und 2006 war Heilbronn erste UNICEF-Kinderstadt Deutschlands. 2007 erhielt die Stadt den Zuschlag für die Bundesgartenschau 2019. Im Frühsommer 2007 erregte die Tötung einer Polizistin in Heilbronn großes Aufsehen und rückte die Stadt kurzzeitig in den Fokus der internationalen Berichterstattung. Die anschließende Fahndung nach einer mutmaßlichen Täterin, dem Heilbronner Phantom, erwies sich im März 2009 als Ermittlungspanne.
Religionen [Bearbeiten]
Kilianskirche, vom Kiliansplatz aus gesehen
Deutschordensmünster
Heilbronner Synagoge
Protestanten [Bearbeiten]

Heilbronn war seit der Reformation durch Johann Lachmann 1528 eine nahezu rein evangelische Stadt mit der Kilianskirche als geistigem Zentrum. Der Rat und die Bürgerschaft bekannten sich geschlossen zur Augsburger Konfession. Katholiken waren unerwünscht, Juden war es verboten, sich in Heilbronn niederzulassen. Nach dem Übergang an Württemberg wurde die Stadt 1803 Sitz eines Dekanats (siehe Kirchenbezirk Heilbronn) und 1823 eines Generalats (heute Prälatur oder „Sprengel“ mit einem Prälaten oder „Regionalbischof“ an der Spitze, siehe Prälatur Heilbronn) der Evangelischen Landeskirche in Württemberg. Protestanten stellen bis heute in Heilbronn mit rund 38 Prozent der Bevölkerung die Mehrheit, gefolgt von Katholiken mit 24 Prozent.

Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Heilbronn aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.

Ich habe keine
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bin nur
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